Fadenwürmer

Fadenwürmer (Passalurus ambiguus)

Fadenwürmer sind die bei Kaninchen am häufigsten vorkommenden Darmparasiten. Sie nisten sich im Dickdarm ein, bleiben jedoch häufig unentdeckt, da nur ein starker Befall zu Aufblähungen, Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden führt. Bei jungen Tieren können allerdings schon geringe Befallsraten zu einer verzögerten Entwicklung führen. Die fürs bloße Auge nicht sichtbaren Eier werden vom Wurm auf der Analschleimhaut, aber auch auf Kotkugeln abgelegt. Auf diese Weise kann der Parasit auf Partnertiere übertragen werden. Zudem infizieren sich Kaninchen durch die Aufnahme ihres Blinddarmkots immer wieder selbst.

 

Prophylaxe /Therapie

Haben Sie auf einer Kotkugel einen Fadenwurm gefunden, stellen Sie Ihr Tier einem* Tierarzt*ärztin vor (was selbstverständlich immer auch gilt, wenn es an Verdauungsbeschwerden leidet). In diesem Fall können Sie den Wurm sowie weitere Kotkugeln einsammeln und mitbringen. Der Kot wird dann einer parasitologischen, bei Bedarf auch bakteriologischen und mykologischen, Untersuchung unterzogen. Um Eier des Fadenwurms nachzuweisen, wird häufig ein Tesafilm-Abklatsch am After des Kaninchens gemacht. Möglicherweise ist eine erneute Kotprobe vonnöten, da sich die Eier nicht immer sofort nachweisen lassen.

Als Therapiemaßnahme hat sich die Behandlung mit Panacur (Wirkstoff: Fenbendazol) bewährt. Zudem ist die tägliche Reinigung des Geheges und seiner Einrichtung dringend angeraten: Toilettenschalen auskochen, Teppiche waschen und wechseln, Häuschen mit heißem Essigwasser abreiben.

Flankierend können auch wurmtreibende Kräuter wie Schnittlauch, Wurmfarn oder Rainfarn im Futtergemisch angeboten werden. Farne sind für Menschen leicht giftig; Kaninchen indessen besitzen „Gift“pflanzen gegenüber eine höhere Toleranz. Wildkaninchen medikamentieren sich nachweislich selbst und suchen bei Beschwerden gezielt Heilpflanzen auf. Da Hauskaninchen auf unsere Futterlieferungen angewiesen sind, müssen solche Pflanzen stets mit dem gewohnten Grün angeboten werden, damit die Tiere nach Bedarf selektieren können.

Zur Prophylaxe kann eine jährliche Kotprobe dienen, und zwar am besten eine Sammelprobe von drei Tagen. Soll ein neues Tier vergesellschaftet werden, sollte eine Quarantäne eingehalten werden, bis eine negative Kotprobe vorliegt. Dr. Anja Ewringmann („Leitsymptome beim Kaninchen“) empfiehlt zudem eine jährliche Wurmkur zur Prophylaxe bei Kaninchen in Außengehegen sowie bei Kaninchen, die trotz intensiver Diagnostik zu unerklärlichen Darmmykosen (Infektion mit Pilzen, insbesondere Hefen) neigen.