Alternative: Heu und Gemüse

Nicht alle Halter*innen haben die Möglichkeit, reichlich Wiese und Zweige für ihre Kaninchen zu sammeln. Gerade in Innenstädten sind Grünflächen Mangelware, und die wenigen, die es gibt, werden meist schon als Spielwiese und „Löseplatz“ für Hunde genutzt. Zusätzlich sind viele Pflanzen durch den Verkehr stark schadstoffbelastet.
Hier bietet sich die Fütterung von Heu und Frischfutter als Alternative an. Das Grundnahrungsmittel ist Heu und muss stets zur Verfügung stehen. Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Kaninchen ein gutes und hochqualitatives Heu anbieten. Die Ernährung wird mit Blattgrün, wenig Gemüse, Kräutern und wenig Obst ergänzt.

Bieten Sie das Frischfutter mindestens zweimal am Tag an. Was versteht man nun unter „Frischfutter“? Idealerweise handelt es sich um blättriges Gemüse und Blattgrün (Grünes von Kohlrabi, Karotten, Knollensellerie oder Mairübchen). Als blättriges Gemüse gelten Salate – so werden Bittersalate wie Chicorée, Radicchio, Endivien, „Catalunya“ (Zuchtlöwenzahn aus dem türkischen Supermarkt), aber auch Feldsalat gerne angenommen. In unserer Futterliste finden Sie noch viel mehr, was Sie Ihren Tieren anbieten können. Aber Achtung: Auch, wenn Knollengemüse wie Karotten, Petersilie und Knollensellerie lecker ist, sollte sein Anteil im Futtergemisch deutlich unter dem des Blattgemüses liegen. Der Grund dafür: Weder die Zähne noch die Verdauung von Kaninchen sind auf größere Mengen von Stärke bzw. Nahrungsmittel, die nicht, wie Blattgrün, mit den Zähnen „zerschnitten“ werden können, ausgelegt.

Obst und Gemüse also eher nur als Leckerchen füttern und bitte vor dem Füttern reinigen, falls es nicht aus dem eigenen, ungespritzten Anbau kommt. Manche Kaninchen vertragen auch kein Futter, das direkt aus dem Kühlschrank kommt.

Ein Richtwert zur Menge sind 100 g Frischfutter pro kg Körpergewicht eines Kaninchens. Die genaue Menge hängt jedoch sowohl von der Zusammensetzung des Frischfutters als auch vom persönlichen Bedarf Ihrer Tiere ab. So benötigen Kaninchen in ganzjähriger Außenhaltung mehr Futter, um Fettreserven für den Winter zu speichern. Auch kranke und ältere Tiere benötigen mehr Frischfutter.

 

Steht Baumschnitt an, lassen sich nahezu alle Sorten von Obstholz verfüttern; auch Tannengrün (natürlich ungespritzt und nicht vom Weihnachtsbaum) oder Bambus bieten ein eganzjährige Nahrungsquelle an frischem Grün. Trockenkräuter sollten sparsam gefüttert werden, und bei Kaninchen, die zu Blasengrieß neigen, sollte aufgrund des konzentrierten Kalziumgehalts nahezu völlig darauf verzichtet werden. Hier können Sie auf Küchenkräuter, die man leicht auf der Fensterbank selbst ziehen kann, und vermehrt Salate wie z. B. Chicorée ausweichen.